Neue CD Goldberg Reflections

FAZ
November 13, 2020
Wer mit Wem
November 16, 2020

„Ein Experiment…, das der Geiger Niklas Liepe hier wagt: Den Teufelsgeiger-Zyklus der Paganini-Capricen in ein neues Licht zu tauchen: Daran mitgewirkt haben 22 Komponisten von heute … Liepe spielt … souverän, ohne Tränendrüse … differenziert im Ausdruck. Ein lohnendes Experiment!“ schrieb die Presse über das „Paganini-Projekt“ von Niklas Liepe, das 2018 bei Sony Classical erschienen ist. Der junge deutsche Geiger hatte in Zusammenarbeit mit dem renommierten Arrangeur Andreas N. Tarkmann Paganinis berühmte Capricen in neuen Fassungen für Violine und Orchester aufgenommen. Für sein neues Album #GoldbergReflections hat Liepe wieder in Zusammenarbeit mit Andreas N. Tarkmann 13 Variationen aus den berühmten „Goldberg-Variationen“ von Johann Sebastian Bach in einer Fassung für Violine und Streicher aufgenommen. Begleitet wird der Geiger von der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Jamie Phillips. Zudem hat Liepe elf international renommierte Komponisten wie Moritz Eggert, Sidney Corbett, Wolf Kerschek, Rolf Rudin und Daniel Sundy eingeladen, auf der Vorlage des Bachschen Originals neue Variationen zu komponieren. Tarkmann hat die Variationen in einen barocken Concerto-grosso-Klang versetzt. Diese Variationen schaffen somit die Verbindung zum Original und rahmen zugleich die neuen Kompositionen ein, die die vor 280 Jahre entstandenen „Goldberg-Variationen“ in die Gegenwart versetzen. Rolf Rudin, der vor allem für seine sinfonischen und kammermusikalischen Arbeiten im Bereich der Bläsermusik bekannt ist, hat einen virtuosen „Dialog mit Bach“ geschrieben. Der US-amerikanische Komponist Sidney Corbett, der seine musikalischen Wurzeln auf der E-Gitarre hat, beschäftigt sich in seinem „Goldberg Hallucination Remix“ mit der „Aria“. Andreas N. Tarkmanns „Goldberg’s Last Summer“ schwelgt im großen Kinosound. Wolf Kerschek hat aus der „Aria“ ein Jazz-Medley gezaubert. In „Goldberg spielt“ nimmt Moritz Eggert Bezug auf den einstigen Pianisten Goldberg, für den Bach wahrscheinlich seine Variationen geschrieben hat. Und in seinen „Four New Goldberg Variations“ lässt der US-amerikanische Komponist und Kontrabassist Daniel Sundy sogar das amerikanische Musical aufleben. Wer bereit ist, sich auf Neues einzulassen, wird viel Freude an diesem Album haben. So aufregend neu und farbenreich hat man Bachs „Goldberg-Variationen“ nie gehört.

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