
Moritz Eggert

Komponist
Moritz Eggert (*1965 in Heidelberg) zählt zu den vielseitigsten Stimmen der zeitgenössischen Musik. Als Komponist bewegt er sich zwischen Musiktheater, Orchester- und Kammermusik, Lied, elektronischer Musik und Performance und tritt zugleich als Pianist, Dirigent, Performer, Sänger und Autor in Erscheinung. Aufgewachsen in Heidelberg, Mannheim und Frankfurt am Main, spielte er bereits während seiner Schulzeit als Keyboarder in Rock- und Jazz-Ensembles und studierte später Klavier und Komposition in Frankfurt, München und London.
Eggerts Werkverzeichnis umfasst rund 300 Kompositionen, darunter 19 abendfüllende Opern sowie Ballette und Musiktheaterwerke, Orchester-, Kammer- und Ensemblemusik, Instrumentalkonzerte, Lieder und Chormusik sowie elektronische und experimentelle Arbeiten. Zu seinen bekanntesten Werken zählen der umfangreiche Klavierzyklus „Hämmerklavier“, der Liederzyklus „Neue Dichter Lieben“ und das Fußballoratorium „Die Tiefe des Raumes“.
Charakteristisch für Eggerts Schaffen ist die Lust an der Überschreitung musikalischer und gesellschaftlicher Konventionen. Seine Werke verbinden experimentelle und performative Ansätze mit Melodik und Emotionalität und beziehen Ironie, Parodie und Satire ebenso selbstverständlich ein wie Elemente aus Popkultur, Theater und Alltag. Immer wieder erweitert er dabei den traditionellen Konzertbegriff und macht Körperlichkeit, Inszenierung und ungewöhnliche Aufführungssituationen selbst zum musikalischen Material.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt Eggert unter anderem mit seiner Musik für die Eröffnungsfeier der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 sowie mit zahlreichen Musiktheater- und Opernproduktionen. Zu seinen jüngeren Arbeiten zählen die 2023 an der Volksoper Wien uraufgeführte Oper „Die letzte Verschwörung“ und eine neue Version des Fußballoratoriums zur UEFA Women’s EURO 2025 mit der Basel Sinfonietta und dem Theater Basel.
Über sein kompositorisches Schaffen hinaus ist Eggert eine prägende Stimme der zeitgenössischen Musikszene. Gemeinsam mit Sandeep Bhagwati gründete er das Münchner A•DEvantgarde-Festival zur Förderung junger Komponisten. Seit 2010 ist er Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München und gibt seine künstlerische Erfahrung an eine neue Generation von Komponisten weiter. Auch kulturpolitisch engagiert sich Eggert seit vielen Jahren: Als langjähriger Präsident des Deutschen Komponist:innenverbands setzte er sich für die Interessen von Komponisten und die Stärkung zeitgenössischer Musik ein. Mit dem von ihm gegründeten „Bad Blog of Musick“ sowie als Autor und Publizist begleitet er das Musikleben zudem kritisch und pointiert und beteiligt sich regelmäßig an Debatten über Kulturpolitik und aktuelle Entwicklungen im Musikbetrieb.
Auch in seinen aktuellen und kommenden Projekten setzt Eggert die große Bandbreite seines Schaffens fort. Im November 2026 wird „ABC of Love“ beim Non-Piano/Toy-Piano Festival im Hamburger Resonanzraum uraufgeführt. Ab 2026 werden in Schweden erste Teile von „Neue Dichter Lieben 2“ aufgeführt. Im Januar 2027 kommt das Orchesterwerk „Neverland“ mit der Landesmusikakademie NRW zur Uraufführung. Parallel arbeitet Eggert an neuen Musiktheater- und Opernprojekten und setzt mit „Ultra“, einem auf zwölf Stunden angelegten Projekt, seinen Klavierzyklus „Hämmerklavier“ fort. Für 2028 ist auch eine Neuauflage von „Processional“ - ein großformatiges Werk mit mehreren hundert Mitwirkenden - in Vorbereitung.
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