BR Klassik Horizonte
7. Mai, 11:00 p.m. - 11:30 p.m.
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Der Komponist Hans Werner Henze | Bildquelle: © picture alliance / SZ Photo | Ingrid von Kruse
Bildquelle: © picture alliance / SZ Photo | Ingrid von Kruse
BR Klassik – Horizonte
Ein Festival mit Mission
Horizonte – die Sendereihe für Neue Musik auf BR-KLASSIK.
Hans Werner Henzes wohl wichtigstes Projekt außerhalb seiner eigenen Kompositionen war die Gründung der Münchener Biennale im Jahr 1988. Der damals 62-jährige weltberühmte Komponist initiierte das Festival mit einem klaren Ziel: einen Raum zu schaffen, „an dem theaterinteressierte Komponisten der jungen Generation ihre Ideen in die Wirklichkeit umsetzen können“. Unter Henzes künstlerischer Leitung (1988-1996) entwickelte sich die Biennale zum weltweit bedeutendsten Festival für zeitgenössisches Musiktheater mit internationalem Renommee. Sie konzentrierte sich auf Uraufführungen neuer Werke – insbesondere Opern und musiktheatralische Projekte – häufig von Komponist:innen, die ihre ersten Schritte in dem Genre machten. Henzes Konzept war radikal: Statt neue Musik im Elfenbeinturm entstehen zu lassen oder nur in akademischen Kreisen zu diskutieren, wollte er ein experimentelles Laboratorium für Musiktheater mit Praxisbezug schaffen – ein Ort zum Ausprobieren, Scheitern, Diskutieren und zu neuem Denken. Und das an einem Ort, an dem es traditionell viel öffentliches Interesse für Musik gibt: in München. Für viele junge Komponist:innen wurde die Biennale zu einem internationalen Sprungbrett. Werke wie Adriana Hölszkys „Bremer Freiheit“ oder Tan Duns „Marco Polo“ fanden weit über München hinaus ihren Weg ins Repertoire von Opernhäusern.
Mit Audio-Erinnerungen von u.a. Moritz Eggert
